Überwachungsarchitektur
NetCrunch unterstützt verschiedene Überwachungstechniken, die sich jeweils für unterschiedliche Kontroll-, Flexibilitäts- und Skalierbarkeitsstufen eignen. Dieses Thema erläutert die wichtigsten Architekturtypen – Netzwerkdienste, Monitore und Sensoren – und verdeutlicht, wann welche für optimale Ergebnisse eingesetzt werden sollten.
Übersicht über die Überwachungstypen
NetCrunch definiert drei zentrale Überwachungskategorien:
- Netzwerkdienste – Service-Probes auf Anwendungsebene, die Antworten testen, nicht nur offene Ports.
- Monitore – High-Level-Module mit gemeinsamen Anmeldeinformationen und Verbindungskonfiguration, die mit Überwachungspaketen verwendet werden.
- Sensoren – Standalone-Prüfungen, die auf bestimmte Metriken, Dienste oder benutzerdefinierte Logik abzielen.
Jede Kategorie dient einem anderen Zweck und optimiert verschiedene Aspekte des Überwachungs-Workflows.
Netzwerkdienste
Netzwerkdienste arbeiten auf Anwendungsprotokollebene, nicht nur auf Transportebene.
Wichtige Eigenschaften
- Zweck: Überprüfen, ob ein Dienst korrekt auf eine Anfrage antwortet, nicht nur, ob der Port geöffnet ist.
- Verhalten:
- Sendet protokollspezifische Anfragen (z. B. HTTP GET, SMTP HELO).
- Validiert Inhalt und Zeitpunkt der Antwort.
- Misst die Latenz und erkennt fehlerhafte oder fehlgeschlagene Antworten.
- Konfiguration: Zentralisiert; kann automatisch während der Erkennung angewendet oder manuell zugewiesen werden.
- Anpassung: Benutzer können benutzerdefinierte Dienstdefinitionen für proprietäre Protokolle oder erweiterte Validierung erstellen.
- Beispiele: HTTP, SMTP, DNS, LDAP, POP3, SSH, SNMP.
Diese sind nützlich, um die Verfügbarkeit und Leistung grundlegender Dienste zu bestätigen, ohne dass vollständige Sensoren erforderlich sind. Sie werden häufig bei der Erkennung und bei Integritätsprüfungen auf Netzwerkebene eingesetzt.
Monitore
Monitore sind übergeordnete Module, die eine gemeinsame Konfiguration nutzen, um eine Vielzahl von Systemen effizient zu verwalten.
Wichtige Eigenschaften
- Zweck: Erfassung umfassender Metriken über alle Knoten hinweg mithilfe einheitlicher Anmeldeinformationen und Verbindungsregeln.
- Verhalten:
- Eine Konfiguration definiert die Zugangsdaten (z. B. SNMP, WMI, SSH, REST).
- Metriken und Prüfungen werden durch Monitoring-Pakete definiert.
- Ein Monitor verwaltet mehrere Knoten desselben Typs effizient.
- Vorteile:
- Reduziert Wiederholungen durch die Anwendung einheitlicher Verbindungseinstellungen auf allen Knoten.
- Ideal für die infrastrukturweite Überwachung (z. B. aller Windows-Server).
- Monitoring-Pakete definieren Warnungen, Zähler und Metriken in wiederverwendbaren Gruppen.
Beispiele
- Windows-Monitor
- SNMP-Monitor
- Linux/SSH-Monitor
- ESXi-Monitor
Monitore sind leistungsstarke Bausteine. Sie fungieren als Gateways für Monitoring-Pakete und ermöglichen umfassende Überwachung mit minimalem Konfigurationsaufwand.
Sensoren
Sensoren sind einzelne Überwachungsobjekte, die direkt auf Knoten oder Vorlagen angewendet werden.
Wichtige Eigenschaften
- Zweck: Zielgerichtete Messwerte erfassen, Bedingungen validieren oder Warnmeldungen basierend auf benutzerdefinierter Logik auslösen.
- Verhalten:
- Jeder Sensor arbeitet unabhängig.
- Erfordert eine Konfiguration pro Sensor, einschließlich Anmeldeinformationen oder Eingabeparametern.
- Flexibel und granular – geeignet für benutzerdefinierte Überwachungspipelines oder isolierte Ziele.
- Vererbung: WMI-basierte Sensoren können optional die WMI-Monitor-Konfiguration wiederverwenden.
Beispiele
- Einfaches HTTP
- SQL-Abfrage: Daten
- IPMI-Protokoll
- DICOM C-Echo
- Datei-, Ordner- und Protokollparser
- Textprotokoll, Datendatei
- REST-API-Sensoren
Sensoren eignen sich ideal, wenn keine Monitore verfügbar sind oder eine detaillierte Steuerung erforderlich ist. Sie können APIs überwachen, Remote-Skripte ausführen oder Protokolle externer Systeme analysieren.
Wann welcher Typ verwendet werden sollte
| Situation | Empfohlene Überwachungsmethode |
|---|---|
| Verfügbarkeit des Webservers prüfen | Netzwerkdienst (HTTP) |
| CPU, Arbeitsspeicher und Festplatte auf allen Windows-Knoten überwachen | Windows Monitor + Überwachungspakete |
| Status von Sicherungsaufträgen über Veeam verfolgen | Veeam Sensor |
| REST-API für JSON-Metrik testen | REST-HTTP-Sensor |
| Bestätigen, dass DNS eine Domäne auflöst | DNS-Netzwerkdienst oder DNS-Abfragesensor |
Legacy- und Zukunftsstrategie
Einige ältere Netzwerkdienste (z. B. CHARGEN, FINGER, QDAY) bleiben aus Kompatibilitätsgründen erhalten, werden aber möglicherweise in zukünftigen Versionen nicht mehr unterstützt. Diese Dienste basieren auf älteren Protokollen und selten genutzten Prüfungen.
Die zukünftige Überwachungslogik bevorzugt Monitore und Sensoren, die mehr Flexibilität, Skalierbarkeit und Integrationsmöglichkeiten bieten.
Zusammenfassung
NetCrunch unterteilt das Monitoring in drei Architekturtypen:
- Monitore verwalten große Knotengruppen über zentrale Konfigurations- und Monitoring-Pakete.
- Sensoren ermöglichen präzise Kontrolle und individuelle Anpassung pro Check.
- Netzwerkdienste validieren Service-Antworten auf Protokollebene und dienen als schnelle, einfache Prüfpunkte.
Die Wahl des richtigen Typs hängt von Ihrer Skalierung, Ihren Anforderungen an die Granularität und Ihrer Monitoring-Strategie ab.